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Toyota Prius im GrünenFahrbericht: 1 Jahr Toyota Prius

Im Jahr 2008 haben wir uns von unserem mittlerweile 10 Jahre alten Saab 900 Talladega mit seinen mittlerweile horrenden Unterhaltungskosten an Sprit und Reparaturen verabschiedet und uns einen gebrauchten Toyota Prius zugelegt. Einen gebrauchten Prius zu finden, war in unserer Gegend (Kreis Herzugtum Lauenburg / Schleswig Holstein) gar nicht so einfach; erst in Berlin wurden wir fündig. Hier ein paar Daten:

  1. Baujahr: 2005
  2. km-Stand 35000
  3. Standardausstattung
  4. Vollhybrid: Benzin- und Elektromotor unter einer Haube
  5. Farbe: schwarz
  6. Durchschnittsverbrauch (Werksangabe) 4.3l Super / 100 km)
  7. CO2-Emission: 104g / km

Unseren Saab haben wir in Zahlung gegeben und konnten mit unserem neuen "Familienmitglied" gleich nach Hause fahren. Für einen Umsteiger, wie wir es waren, mussten wir uns erst einmal damit abfinden, dass der Prius nur mit Automatikgetriebe zu haben ist. Das hat auch seinen Grund, denn die Bordelektronik übernimmt die Schaltvorgänge so, dass möglichtst energieeffizient gefahren wird. 

Angenehme Umgewöhnung

Die erste Umgewöhnung findet schon beim Starten des Wagens statt. Statt des Zundschlüssels gibt es einen Stecker, der neben dem Lenkrad in eine Buchse geschoben wird. Damit springt der Motor nicht an - es wird nur die Elektronik freigeschaltet. Zum Starten des Aggregats wird einfach nur ein Start-Knopf gedrückt - aber - wieder eine Überraschung - springt der Motor immer noch nicht an. Nun den Wählhebel in 'D'-Stellung bringen - immer noch kein Motorengeräusch. Doch durch ein leisen Druck auf das Gaspedal beginnt der Wagen zu fahren - jedoch immer noch ohne Motorengeräusch. Tatsächlich - der Benzinmotor ist immer noch nicht angesprungen, obwohl der Wagen bereits fährt - wir nähern uns bereits der 50 km/h-Marke. Dann -ganz unmerklich - bemerken wir eine leise Vibration: Nun erst ist der Benzinmotor angesprungen. Ganz von alleine - das Borddisplay zeigt es.

Benziner und Eletroantrieb - in Eintracht

Wir beschleinigen weiter und ein Blick auf das Borddisplay zeigt, dass nun 2 Aggregate den Wagen beschleunigen: Den uns so bekannten Benzinmotor und das Elektroaggregat. Doch bevor es auf die Autobahn geht, muss erst einmal die Tankstelle aufgesucht werden, damit wir dann ohne Zwischenstopp die Autobahn bis nach Hause benutzen können. Aha. Tankstelle in Sicht. Beim Abbremsen fällt auf, dass nun Energie in die Batterien für das Elektroaggregat zurückgespeist wird. Ich gehe nun ganz vom Gas, im gleich in die Einfahrt zur Tankstelle einzubiegen. Ein Blick auf den Bordcomputer zeigt, dass nun beide Aggregate ausgeschaltet sind und wir nur noch in die Batterie einspeisen. Und das ohne unser Zutun. Ein seltsames Gefühl, dass ein Auto während der Fahrt einfach seine Motoren abstellt.

Zumindest das Tanken ist gleich geblieben. Einmal volltanken - 40l Super. 

Stadtverkehr

Bevor wir auf die Autobahn einbiegen, müssen wir uns noch durch Oranienburg kämpfen. Eine Fahrt von Ampel zu Ampel. Aber auch hier fällt auf, dass sich der Benzinmotor beim Ampelhalt automatisch abstellt und wir zunächst mit dem Elektroaggregat anfahren. Dann erst schaltet sich der Benziner zu. Beim Bremsen vor der nächsten Ampel wird wieder in die Batterie zurückgespeist und der Benzinmotor wieder abgestellt. Vollautomatisch. Ein Blick auf den Durchschnittsverbrauch zeigt für den Stadtverkehr gerade Mal 4l/100km. Unglaublich - verglichen mit dem Saab, der lag in der Stadt bei mindestens 10-15l - wenn man das so genau sagen kann.

Auf der Autobahn

Die anschließende Autobahnfahrt hielt auch noch ein paar Überraschungen bereit. Es wird behauptet, dass das Eigengewicht der Batterie bei Autobahnfahrten die Einsparungen des Hybridantriebs wieder auffrisst. Das kann ich nicht bestätigen - im Gegenteil. Auch hier gibt es Phasen, in denen wir vom Gas gehen und unsere Geschwindigkeit bei 130-140km/h beibehalten oder bergab fahren. Auch hier wird das Benzinaggregat abgeschaltet und wir sind auf der Autobahn mit dem Elektroantrieb unterwegs, bis die Batterieladung wieder vom Benzinmotot aufgeladen werden muss oder wir wieder auf das Gaspedal drücken. Für die Autobahnfahrt genehmigte sich der Prius bei zurückhaltender Fahrweise etwa 5-6 Liter / 100 km, was auch an seiner aerodynamischen Formgebung mit äußerst geringem cw-Wert liegt.

Was alles geschah in einem Jahr...

Das alles war im Juni 2008. Seitdem gibt es über keine Zwischenfälle oder gar von Pannen zu berichten.

Der Winter 2008/2009 war ziemlich kalt - wir hatten Temperaturen bis runter zu -20°C. Der Prius parkt unter unserm Carport. Er verrichtete auch in diesem Winter klaglos seinen Dienst. Die Batterie und der E-Antrieb zeigten sich von diesen Temperaturen unbeeindruckt. Allerdings stieg der Kraftstoffverbrauch bei Temperaturen um 0° und darunter um etwa 1-1,5l auf 5-6l / 100km.

Mit den steigenden Temperaturen in Frühjahr pendelte sich der Verbrauch wieder ein: auf etwa 4.9l/100km. In den heißen Sommermonaten geht er sogar runter auf 4.7l.

Verkauft wird er jedoch mit 4.2l - dieser Wert ist im Normalbetrieb wohl nicht wirklich zu erreichen. Leider ist der Prius nicht für den Betrieb mit einer Anhängerkupplung geeignet - der einzige Wermutstropen für ein Familienauto, wie wir finden.  Platz ist genügend vorhanden; zwar ist der Kofferaum kleiner als beim Saab,  dafür gibt's aber mehr Beinfreiheit für die Passagiere auf der Rücksitzbank.

Alles in Allem sind wir  von der Technik, dem Verbrauch, dem Design und der Zuverlässigkeit des Toyota Prius überzeugt. Diesen Wagen kann man nur weiterempfehlen. Jetzt ist auch klar, warum ein gebrauchter Prius so selten zu verkaufen ist...

;)