Ökomobilität
Der Straßenverkehr ist einer der Hauptverursacher von CO2-Emissionen. CO2 fällt bei der Verbrennung von Diesel und Benzin an und kann nicht einfach weggefiltert werden wie Rußpartikel. Je weniger CO2 ein Auto direkt oder indirekt ausstösst, desto besser also für die Klimabilanz. Weiterhin ist eine Absenkung des CO2-Ausstosses mit geringerem Verbrauch verbunden und schont somit den Geldbeutel.
Nachfolgend eine Tabelle von aktuellen Familienautos (5- und Mehrsitzer ab Baujahr 2023) mit weniger als 120 g/km CO2-Ausstoß bzw. weniger als 15kWh/100km:
(Keine Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit!)
Hybride...
Hybridmotoren vereinen zwei unterschiedliche Antriebe, in diesem Fall Elektro- und Benzinmotor. Zusätzlich sollten diese Fahrzeuge extrem windschnittig (also keine SUVs) und mit Energierückgewinnungssystemen ausgestattet sein. So wird beim Abbremsen des Fahrzeugs ein Teil der Energie in den mitgeführten Akkumulator einspeist (Rekuperation) und steht somit wieder dem Antrieb über das Elektroaggregat zur Verfügung. Ausserdem sind die Hybridfahrzeuge in der Lage, ihrem Benzinmotor beim Ampelstop automatisch auszuschalten. Toyota hat mittlerweile fast 30 Jahre Erfahrung mit den Hybriden - der Prius 1 kam 1997 heraus - zu dieser Zeit noch belächelt und verspottet von der konservativen Konkurrenz.
Aber auch unter den Hybriden gibt es Unterschiede: So gibt es leistungsverzweigte Hybride (CVT-Getriebe wie bei Toyota), Parallelhybride und serielle Hybride mit Range Extender.
Man lenkt hierzulande gern davon ab, dass man den Einstieg in die Hybrid- und BEV-Technologie gründlich verschlafen hat. Und Toyota wird die Vollhybridtechnologie patentrechtlich abgesichert haben. Man versucht es daher mit Schlagwörtern wie 'Technologieoffenheit' um sich der allgemeinen Entwicklung zu entziehen. In der Folge droht ein Niedergang unserer Autoindustrie und der Wegfall von zigtausend Arbeitsplätzen.
... und Elektroautos?
Reine Elektrofahrzeuge (BEVs) werden gern als die Lösung des CO2-Problems im Mobilitätssektor angesehen.
Vom Prinzip her gibt es zwei unterschiedliche Ansätze für Elektroantriebe. Zum Einen kann über ein mitgeführtes Akku der notwendige Anstriebsstrom bereitsgestellt werden. Das Problem bei batteriebetriebenen Fahrzeugen ist die geringere Reichweite im Vergleich zu den Hybriden, das hohe Leergewicht augrund der mitgeführten Batterie und die erheblichen Ladezeiten. Vielfach werden heutzutage Elektrofahrzeuge mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet. Doch der Abbau und die Anreicherung von Lithium - einer der Hauptlieferanten ist Chile - führt vor Ort zu erheblichen Umweltschäden. Versucht man andererseits die Reichweite in die nähe von Hybridfahrzeigen zu bringen, erfordet dies eine schwerere Batterie, die das Fahrzeugleergewicht weiter erhöht. Ein hohes Leergewicht von zwei Tonnen und mehr führt auch zu einem erhöhten Fahrzeugverschleiß und Reifenabrieb. Zudem ist es ökologisch nicht zu verantworten, eine Person mit einem 2-Tonnen-Fahrzeug von A nach B zu bewegen. Aber es passt in unsere Zeit des ungehemmten Ressourcenverbrauchs. Der Grund, der bei vielen Autokäufern von BEVs vorliegt, ist jedoch nicht der Umweltaspekt. Vielmehr begeistern die besseren Beschleunigungswerte von BEVs die Massen. Da die Reichweite auch stimmen soll, werden für die Mittel- und Oberschicht schon Modelle von 600 PS bei Einstiegspresien von 65000 Euro und mehr angeboten, damit das eigene e-Statussymbol ganz vorne mitmischen kann. So, wie es immer war.
Eine andere elektrische Alternative bietet die Brennstoffzellen-Technologie. Hier wird Wasserstoff und Sauerstoff über eine Brennstoffzelle zu Wasser umgewandelt; es entsteht dabei elektrischer Strom, der zum Vortrieb des Fahrzeugs genutzt werden kann und als Endprodukt reines H2O und kein CO2. Der Nachteil dieser Methode ist der geringere Wirkungsgrad im Gegensatz zur Akkutechnologie; das Tanken von Wasserstoff ist jedoch ebenso schnell erledigt wie das Betanken mit herkömmlichen Benzin oder Diesel.
Zwar fällt bei reinen Elektrofahrzeugen in beiden Varianten vor Ort keine CO2-Belastung an; aber die Energie zur Bereitstellung des elektrischen Stroms bzw. Wasserstoff wird immer noch zum Teil aus Kohle- Gas- und Kernkraftwerken gewonnen. Die CO2-Emission wird also nur von der Straße auf die Kraftwerke verschoben. Um E-Fahrzeuge wirklich umweltfreundlich betreiben zu können, ist also ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich; bei dem insbesondere den regenerativen Energien eine Schlüsselrolle zufällt.
Plugin-Hybride: Ein Kompromiss?
Plugin-Hybride (PHEV) weisen einen Verbrennungs- und Elektromotor auf, wobei das E-Aggregat auch über eine Steckerverbindung extern geladen werden kann. Sie vereinen beide Welten in einem Fahrzeug. Die Vorteile liegen in der Unabhängigkeit von der Lade-Infrastruktur und in der hohen Reichweite und weisen somit eine hohe Resilienz auf. Die Umweltverträglichkeit hängt stark vom Plugin-Konzept und auch vom Fahrverhalten ab. Das wohl beste Plugin-Konzept besteht aus einem Vollhybrid-Aggregat und einem Elektromotor. Hierbei kann die Traktionsbatterie nie ganz leer gefahren werden, da für den Vollhybridbetrieb mindestens ca. 20% Ladestand konstant gehalten werden. Das ermöglicht eine lange Lebensdauer der Traktionsbatterie. Denn Plugin-Hybride besitzen im Gegensatz zu BEVs eine kleinere Traktionsbatterie und somit eine höhere Zahl der durchlaufenden Vollzyklen, wenn diesen keinen Vollhybridmodus besitzen. Plugin-Hybride sollten daher möglichst häufig geladen werden, wenn sie auf Kurzstrecke rein elektrisch unterwegs sind, um Voll-Ladezyklen zu vermeiden. Auf Langstrecke sollte möglichst in den Vollhybridmodus gewechselt werden - sofern es wie beim Prius 5 PHEV möglich ist. Hier wird der Ladezustand der Batterie automatisch konstant gehalten. Als nachteilig können sich die höheren Wartungskosten für die beiden Antriebsaggregate auswirken.
Futuristische Sparwunder - Fahren mit der Sonne
Wirklich zukunftsweisende Fahrzeuge werden elektrisch betrieben und beziehen ihre Energie über in die Karosserie eingebettete Solarzellen. Sie tanken sich also in der Sonne stehend von selbst auf. Natürlich kann (Öko-)Strom zusätzlich auch über eine Steckdose geladen werden. Auf niedrige Ladeleistung abgestimmte Fahrzeuge dieser Art passen jedoch nicht in den heutigen Way-Of-Protz und scheitern, wie etwa der vielversprechende Sion. Doch das Konzept lebt versteckt weiter; so sind die gehobenen Varianten des Toyota Prius Advanced mit einem Solardach ausgestattet, das seine Solarenergie direkt in die Traktionsbatterie einspeist.
Ein anderer Vertreter dieser 'Gattung', der in (Klein-)Serie produziert und europaweit verfügbar ist, ist das Twike. Es gehört zur Gruppe der energieeffizientesten dreirädrigen Leichtfahrzeuge. Optional ist es mit Pedalantrieb zum Aufladen des Akkus ausgestattet. Leider ist es als Familienkutsche ungeeignet - maximal 2 Personen finden darin Platz.
Zweifelhaftes - die Elektrifizierung des Spazierengehens
Als Ersatz für Autofahten auf kürzerer Strecke, z.B. in den Städten, wurden ab 2018/2019 e-Roller in Umlauf gebracht. Werden diese hauptsächlich für diesen Zweck verwendet, wäre alles toll. Allerdings betrifft das in der Realität nur einen kleinen Teil der e-Rollerfahrer. Die überwiegende Mehrheit benutzt ihn als Ersatz für das Zufussgehen. Hier kehrt sich der ökologische Nutzen um!
Weitere Rückschläge - im Ansatz gut...
Es gibt auch Rückschläge. Erwähnenswert ist hier z.B. der Loremo, ein kompaktes Leichtbau-Fahrzeug mit extrem geringem Energieverbrauch - unter 3 Litern. Allerdings erreichte es nie die Serienreife. Das verantwortliche Startup-Unternehmen musste Ende 2017 aufgrund von Ungereimtheiten in der Bilanzierung geschlossen werden.